Welche Uhren sind die beste Kapitalanlage?

Welche Rendite erzielen Vintage-Uhren? Welche Modelle sind die beste Kapitalanlage?
Über 50.000 Uhren wechseln jährlich in Auktionen ihren Besitzer. Aber welche Modelle sind tatsächlich eine gute Kapitalanlage?

Der Chronograph vom Schweizer Hersteller Patek Philippe mit der Referenznummer 1518 war tatsächlich eine bemerkenswerte Kapitalanlage: Er wechselte bei einer Auktion in Genf für elf Millionen Dollar (10,2 Millionen Euro) den Besitzer. Die  Uhr aus dem Jahr 1943 war damals der erste Handaufzugs-Chronograph der Welt mit ewigem Kalender.

Sonder-Editionen in Kleinst-Auflagen oder Kult-Uhren sind sehr gefragt

Seltene Vintage-Uhren, zu denen diese Patek Philippe zählt, sind derzeit sehr gefragt, aber Wertsteigerungen in Millionenhöhe sind doch die Ausnahme. Dazu kommt, dass nicht alle Vintage-Uhren, auch die namhafter Manufakturen, einen nennenswerten Wertzuwachs verzeichnen. Damit eine Vintage-Uhr überhaupt ein lukratives Investment sein kann, müssen noch weitere Kriterien erfüllt sein: Sie muss sehr gut erhalten sein, und wenn es sich dann noch um ein Modell mit Kult-Status handelt, steht einer exorbitanten Wertsteigerung nichts mehr im Wege. Von der Rolex“Cosmonaut Daytona“ gibt es z. B. eine Sonder-Edition mit dem Zifferblatt-Design „Paul Newman“. Diese Uhr trug der Schauspieler im Film „Winning“. Nur die Abweichung des Zifferblatts von der „normalen Cosmonaut Daytona“ machen diese Uhr zum Kultobjekt und für Sammler so begehrenswert, dass der Preis von ca. 20.000 Euro auf mindestens 200.000 Euro steigt. Eine „Paul Newman“, aus seinem persönlichen Besitz wurde in den USA sogar für über 17 Millionen Dollar versteigert. Ausschlaggebend für den Wert einer Sammleruhr ist aber in erster Linie der Erhaltungszustnd: Je besser das Zifferblatt erhalten ist, desto höher ist auch der Preis. Kommen dann noch Originalbox und Papiere dazu wachsen Begehrlichkeit und Preis weiter! Das Allerbeste, was einem Uhrensammeler passieren kann ist jedoch, wenn er ein „Full Set“ sein Eigen nennt: Das ist eine  alte, aber ungetragene Uhr im Originalzustand, mit Original-Box und Original Zertifikat. Ein solches „Full Set“ kann durchaus den doppelten oder gar dreifachen Preis erzielen.

Vintage-Uhren vor 1980 haben die beste Perspektive

Uhren aus der Produktion nach 1980 eignen sich hingegen nicht als Kapitalanlage, denn ab da wurden Uhren nicht mehr in reiner Handarbeit mit Drehbänken, Fräsmaschinen und Feilen gefertigt, sondern CNC-Maschinen produzierten hohe Auflagen von Einzelteilen, die dann nur noch zusammengebaut wurden. Aber auch hier gibt es Ausnahmen: So können auch heute noch Sonder-Editionen, die nur in Kleinst-Auflagen gefertigt wurden eine interessante Anlageform sein: Ein Beispiel dafür, dass auch „simple Quarzuhren“ zu begehrten Kultobjekten werden können, sind die Swatch-Uhren aus den 80er Jahren. Eine „DON’T BE TOO LATE“ aus dem Jahre 1984, die damals ca. 50 Mark kostete, bringt es heute immerhin auf ca. 600 Euro.

Das Swatch-Modell „DON’T BE TOO LATE“ aus dem Jahr 1984

Eine sichere Kapitalanlage sind Uhren nicht. Sie sind etwa genau so spekulativ wie Oldtimer oder Wein. Aber das Schöne daran ist, dass man sich täglich an ihnen erfreuen kann. Hoffnung auf eine Wertsteigerung sollte bei einem Uhrensammler sowieso nicht der Antrieb sein und etwas sollte man sich stets vor Augen führen: Wie bei einem neuen Auto hat auch eine neue Uhr unmittelbar nach dem Kauf um die Händlermarge an Wert verloren.

 

 

1 Kommentar

  1. Meiner Meinung nach kommen solche Kapitalanlagen tatsächlich nur für diejeningen in Frage, die sich auch mit dem Thema „Uhren“ auskennen. Als Laie weiß man eher ja nicht, auf welche man zurückgreifen kann und was sich wirklich auch irgend wann einmal auszahlt.

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