Vergleichstest Blancpain gegen Astron

"ADMIRALS CUP" von Astron gegen "QUANTIÈME COMPLET" von Blancpain

Vergleichstest: Admirals Cup von Astron gegen  Quantieme Complet von Blancpain

Ist so ein Test seriös? Eine Uhr für über 10.000 Euro mit einer für gerade mal 220 Euro zu vergleichen. Diese Frage stellt sich immer dann, wenn Dinge verglichen werden, die sich auf den ersten Blick nur durch den Preis unterscheiden. Darf man einen Rotwein von der Tanke für 2,50 die Flasche mit einem Mouton Rothschild für über 1000 Euro vergleichen? Beides ist Rotwein und nichts rechtfertigt einen solchen Preisunterschied. Oder einen VW-Passat mit einem Mercedes? Eine Lederhandtasche von PRADA mit einer aus dem Kaufhaus? Oder eben eine ASTRON-Uhr mit einer von Blancpain? Wir haben uns getraut und uns sowohl die ADMIRALS CUP von Astron als auch die QUANTIÈME von Blancpain besorgt. Wie wurde getestet? Wir verzichteten ganz bewusst auf einen „Expertentest“, bei dem die Testobjekte bis zum letzten Schräubchen zerlegt werden und ein Fachmann jedes kleinste Detail begutachtet. Nein, wir wollten die Uhren mit den Augen des Normalverbrauchers sehen. Deshalb wurden beide Uhren ganz normalen Verbrauchern zur Begutachtung vorgelegt. Insgesamt haben 3 Personen unabhängig von einander beide Uhren über den Zeitraum einer Woche getragen und danach ihre Bewertung abgegeben. Am Ende der Woche galt es für jeden der Tester einen Fragebogen auszufüllen. Aber zunächst haben wir uns selbst ein Bild von beiden Uhren gemacht:

Die „QUANTIÈME“ von Blancpain wird in einer Box aus Edelholz, ausgeschlagen mit feinstem Leder an den Uhrenliebhaber überreicht. Die gesamte Dokumentation einschließlich Handbuch steckt in einem schwarzen Schuber. Wow, was für ein Auftritt! Da kommt die Astron-Uhr in ihrer einfachen Plastik-Box, mit der einfachen Garantie-Karte und einem „Handbuch“, das nur ein „Büchlein“ ist, nicht mit. Aber ausgepackt und nebeneinander auf den Tisch gelegt, ist der der Unterschied auf den ersten Blick gar nicht so riesig: Beide Zeitmesser sind nahezu gleich groß und haben das gleiche Gewicht. Das Zifferblatt der Amirals Cup in edlem Schwarz, mit erhabenen Stundenstrichen, Mondphase in 6 Uhr, komplettem Kalenderwerk, mit Tages- und Monatsanzeige in separaten Fenstern, das sieht alles gut aus und wirkt sehr edel und solide, wenngleich die beiden Fenster für Tag und Monat etwas klein geraten sind und sich nicht so gut ablesen lassen.

Und die QUANTIÈME?

Die hat die gleichen Funktionen und Anzeigen, aber man sieht  den Unterschied: Alles ist feiner in der Ausführung, besser in der Übersichtlichkeit und der Gesamteindruck ist einfach edler. Hier sieht man die Präzision von außergewöhnlichem Uhrmacherhandwerk, die liebevolle Detailarbeit und eine kaum zu übertreffende Harmonie aller Komponenten. Kein Wunder, denn auch die verarbeiteten Materialien sind von allerbester Qualität. Werfen wir einen Blick auf das Herz einer jeden Uhr, das Werk: Während in der Admirals Cup ein original ASTRON-Quarzwerk Kaliber 132, Revision 2 tickt, präsentiert sich in der QUANTIÈME  ein wahres Meisterwerk aus der Schweizer Manufaktur: Blancpain gehört zu den wenigen Manufakturen, die ihre Werke noch selbst konstruieren und in Handarbeit herstellen. Ein mechanisches Vollkalenderwerk mit Mondphase gehört zu den aufwändigsten Komplikationen. Die konstruktiven und handwerklichen Anforderungen an ein solches Meisterwerk sind enorm. Nur nach vielen Jahren Schulung und Ausbildung sind wenige Mitarbeiter in der Lage, ein solches Wunderwerk von Hand herzustellen. Kein Wunder, dass Blancpain dieses Werk nicht unter einem Stahlboden versteckt. Durch den Glasboden  kann sich jeder Uhrenkenner an diesen einmaligen Komplikationen erfreuen. Ein Armband aus echtem Alligator-Leder rundet den überragenden Eindruck dieser Uhr ab.

So gesehen, kann die ASTRON der Blancpain nicht das Wasser reichen, aber wie sieht es bei der Alltagstauglichkeit aus und wie beurteilen „ganz normale Menschen“ beide Uhren. Dazu haben wir die ADMIRAS CUP von Astron und die QUANTIÈME von Blancpain von drei männlichen Personen testen lassen. Jeder von den dreien bekam nacheinander beide Uhren, ohne dass wir den Namen oder den Preis nannten. Dann musste jeder nach einer Woche seine Bewertung zu beiden Uhren abgeben. Nach der Bewertung nannten wir die Preise zur Bewertung des Preis-Leistungsverhältnisses. Insgesamt vergab jeder Tester auf einer Punkteskala von 1 (sehr schlecht) bis zu 10 (überragend) seine Punkte.

Das Ergebnis:

ADMIRALS CUP QUANTIÈME
Qualität 8 10
Funktionalität 6 8
Design 8 10
Alltagstauglichkeit 9 8
Zuverlässigkeit 9 9
Verarbeitung 7 10
Preis/Leistung 10 6
Gesamtpunkte 57 61

Das Ergebnis ist eindeutig: Die Quantième siegt in  5 von 7 Kriterien. Lediglich bei Alltagstauglichkeit und Preis/Leistung liegt die Admirals Cup vorne. Ein klarer Sieg also für die „Nobeluhr“! Trotzdem hat sich die Astron-Uhr beachtlich geschlagen. Und so kommen wir auf unsere Eingangsfrage zurück: Ist ein solcher Test fair? Von fair oder unfair kann man sicher nicht sprechen, dazu sind beide Uhren zu unterschiedliche sowohl im Preis als auch in der Qualität. Die Quantième spricht eine ganz andere Käuferschicht an, wie die Admirals Cup. Wer eine überragende Schweizer Uhr mit einem excellenten mechanischen Werk und phantastischen Komplikationen sucht und bereit ist für so ein mechanisches Meisterstück viel Geld auszugeben, wird an der Quantième von Blancpain nicht vorbei kommen. Wer alledings eine zuverlässige, alltagstaugliche Uhr sucht, die in ihren Funktionen der Quantième nicht nachsteht, der ist mit der Admirals Cup von Astron bestens bedient.

 

 

 

2 Kommentare

  1. Habe alle meine teuren Markenuhren verkauft. Weil mehr als die Zeit und das Datum brauche ich nicht. Und dafür reicht eine preisgünstige Uhr wie die Astron allemal. Gut aussehen tut sie auch.

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