Solaruhren aus Europa – in den USA verboten?

Hat der Handelskrieg mit China Einfluss auf die Uhrenindustrie?

 

Dürfen Schweizer Solaruhren nicht mehr in den USA  verkauft werden?

Der Handelskrieg zwischen den USA und China wirkt sich nicht nur direkt auf die Handelsbeziehungen beider Länder aus! Auch Produkte aus Europa können plötzlich mit Strafzöllen belegt werden, obwohl sie auf den ersten Blick gar nichts mit China zu tun haben.

Warum Schweizer Solaruhren betroffen sind!

Schweizer Uhren sind – wie der Name ja schon sagt – ein typisches Schweizer Produkt, dessen Herkunft streng geregelt ist. So müssen Schweizer Uhren zum überwiegenden Teil in der Schweiz gefertigt werden, so wie Champagner aus der Champagne, Schwarzwälder Schinken aus dem Schwarzwald oder Nürnberger Lebkuchen aus Nürnberg kommen müssen. Warum also gerade Schweizer Solaruhren? Ganz einfach: Solaruhren gewinnen ihre Energie über eine Solarzelle. Diese Solarzelle wir jedoch in der Regel nicht in Europa gefertigt, sondern in China.

Hohe Einfuhrzölle für Waren aus China

Präsident Trump hat auf einen Großteil der Chinesischen Waren Einfuhrzölle bis zu 50 Prozent angedroht. Von diesen Zöllen wären auch Solarzellen betroffen. Da  die Schweizer und auch die Europäische Uhrenindustrie hauptsächlich Solarzellen aus chinesischer Produktion in ihre Solaruhren einbauen, könnte der amerikanische Zoll die Einfuhr solcher Uhren mit hohen Einfuhrzöllen belegen bzw. die Einfuhr wegen Falsch-Deklaration komplett verbieten.

Wie könnte die Europäische Uhrenindustrie reagieren?

Die Reaktionsmöglichkeiten der Uhrenindustrie wären marginal! Der Wert der Uhren-Importe, gemessen am gesamten Warenverkehr mit den USA ist gering. Es wären auch nicht alle Uhren, sondern lediglich solche wie z. B. Solaruhren betroffen, die Bauteile aus Chinesischer Produktion enthalten. Die Uhrenindustrie würde also entweder die Strafzölle akzeptieren oder auf die Einfuhr und damit auf den Verkauf von Solaruhren in Amerika verzichten.

Schweizer Manufakturen und Uhrenhändler ziehen sich komplett zurück.

Im Hinblick auf die Unsicherheit der  Zollbestimmungen zwischen Europa und den USA ziehen sich einige Manufakturen und Uhrenhändler komplett aus dem US-Markt zurück und verkaufen ihre Uhren nur noch auf dem europäischen Markt. Sollte der Handelskrieg weiter eskalieren und kein neues Handeslabkommen zwischen den USA und China vereinbart werden, könnten dies unabsehbare Konsequenzen auch für andere Produkte haben, die Bauteile oder Komponenten aus chinesischer Herstellung verwenden.

Für Verbraucher ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk!

Uhrenkäufer dürfen sich jedoch freuen! Durch den Rückzug vom US-Markt sitzen die Uhren-Manufakturen auf ihren Solaruhren, die speziell für Amerika gefertigt wurden und nun im Einzelhandel nicht mehr untergebracht werden können. Mancher Online-Anbieter offeriert daher jetzt im Weihnachtsgeschäft hochwertigste Solaruhren zu einmalig günstigen Preisen. Lange dürfte die „Rabattschlacht“ allerdings nicht dauern. So gigantisch groß werden die Bestände an Solaruhren sicher nicht sein. Trotzdem: Wer noch ein Weihnachtsgeschenk sucht, jetzt lohnt es sich bestimmt mal nach einer Solaruhr zu schauen.                                                                                     

 

 

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